Katastrophen und Trauerfälle in Schulen

Im vergangenen Jahr fand an der Albertville-Realschule in Winnenden ein furchtbarer Amoklauf statt. Alle Lehrkräfte, insbesondere aber die Religionslehrerinnen und Religionslehrer, standen in der darauffolgenden Zeit vor großen Herausforderungen.
Erfahrungen, die sie dabei gemacht haben, haben sie mit uns geteilt. Wie sind sie vorgegangen? Was hat ihnen dabei geholfen? Welche Gottesdienste wurden gehalten?
Da Winnenden im Bereich unseres Schuldekanates liegt, haben wir uns bemüht, dies alles zusammenzutragen und zu ergänzen. 

 Allgemeine Erfahrungen

Organisatorisches:
- Klare Durchsagen der Schulleitungen erwiesen sich als hilfreich
- Die Schüler/innen gut und korrekt über das Geschehen informieren (auch später, Bilder und Berichte in den Medien waren oft falsch)
- An den nicht direkt betroffenen Schulen darauf achten, dass den Schülern und Schülerinnen nicht die Sicherheit genommen wird
- Zusammenarbeit mit den Teams vor Ort (Psychologen, Rotes Kreuz, Polizei usw.), wobei dies oft nicht ganz einfach ist, es gibt auch Konkurrenzsituationen
- Bei Kooperationen mit verschiedenen Organisationen / Konfessionen / Religionen darauf achten, dass niemand übergangen wird.
- Mit den Kirchen vor Ort kooperieren: ihre seelsorgerische Kompetenz in Anspruch nehmen, um Räume bitten, andere Hilfen anfragen (Materialien, Mahlzeiten…)
In der Arbeit mit den Schülern und Schülerinnen:
- Einfach "da sein"
- Angebote müssen zeitnah erfolgen
- Symbolhandlungen werden von den meisten Schüler/innen gut angenommen
- Ihnen kleine Aufgaben geben, die sie erledigen können
- Darauf achten, dass die Trauer in Phasen verläuft, eine behutsame Rückkehr in den Alltag anleiten und begleiten
- Mit den Schüler/innen ganz praktisch besprechen, was man machen kann, damit ihnen das Gefühl genommen wird, hilflos und ausgeliefert zu sein
- Seelsorger "von außen" tun sich oft schwerer als bereits vertraute Personen, die schon vorher einen guten Kontakt hatten
Rückblick nach einem halben Jahr:
- „Aus einer sinnlosen Tat Sinn entstehen lassen“ – unter den Schüler/innen ist etwas gewachsen
- Die Schüler/innen verändern sich – oft in anderer Weise als erwartet
- Sie sind häufig hellhöriger, sensibler - aber zum Teil auch aggressiver
- Es braucht viele Einzelgespräche
- Für manche Lehrer/innen war es hilfreich, im Tandem unterrichten zu können
- Gedenkgottesdienste mit Schüler/innen zusammen vorbereiten


 Erfahrungen in der Seelsorge

In der Albertville-Realschule sowie in den umliegenden Schulen waren die Religionslehrer/innen in den Tagen nach dem Amoklauf sehr gefordert.
Ein sehr intensiver Bereich war die Seelsorge an den Schulen. Einige Erfahrungen, die mir zurückgemeldet wurden, möchte ich hier weitergeben:
- In Winnenden selbst haben alle Kirchen ihre Türen geöffnet und Seelsorger und Seelsorgerinnen bereitgestellt, dieses Angebot wurde intensiv wahrgenommen.
- In manchen Schulen gab es Trauerräume, in die die Schüler und Schülerinnen in den ersten Tagen nach dem Amoklauf jederzeit gehen konnten. Dort hielten sich Lehrer und Lehrerinnen auf, die zu Gesprächen bereit waren, weinende Schüler/innen trösteten und kreative Gestaltungsmöglichkeiten anboten.
- Alle haben zurückgemeldet, dass es wichtig war, den Zeitpunkt nicht zu verpassen, an dem die Schüler/innen etwas anderes brauchten, als Gespräche. Wieder etwas „normalen“ Alltag. Häufig wurde erzählt, sie hatten das Gefühl, die Schüler/innen brauchten eine Art Zuspruch, dass sie sich auch wieder für anderes interessieren dürfen, lachen, Pläne machen usw.
- Jungs gehen anders mit ihrer Trauer um als Mädchen. Sie möchten ihre Spannungen oft in Bewegung umsetzen. Es war nicht immer einfach, für die unterschiedlichen Bedürfnisse sensibel zu sein. Aber wenn man um sie weiß, kann man verschiedene Angebote machen.
- Es ist wichtig, eine behutsame Rückkehr in den Alltag vorzubereiten.


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 Tipps für Gespräche

Gespräche in den Klassen
Die Lehrer/innen sind oft selbst stark betroffen. Vielleicht tut es ihnen gut, wenn sie nicht alleine in die Klasse gehen, vielleicht sogar zusammen mit einer Fachkraft (Schulpsycholog/in, Schulseelsorger/in…)
Die Erfahrungen der Kolleg/innen zeigen, dass es wichtig ist, offen auf die Schüler/innen zuzugehen und schülerzentriert zu arbeiten.
Thomas Barkowski schreibt zur Vorbereitung des Gesprächs in der Klasse im Handbuch für den Umgang mit Tod und anderen Krisen in der Schule
„Bevor Sie der Klasse nach einem Krisenereignis zum ersten Mal gegenüber treten, nehmen Sie sich kurz Zeit für dreierlei:
- Legen Sie sich Ihre ersten Worte zurecht!
- Gestatten Sie sich ein paar tiefe Atemzüge – das versorgt das Gehirn mit Sauerstoff und zwingt zur Ruhe. Spüren Sie den festen Boden unter Ihren Füßen. Das gibt Standfestigkeit.
- Überlegen Sie sich eine Struktur für das Gespräch mit der Klasse.
Im Gespräch mit der Klasse:
- Reaktionen von Trauer und Wut sind oft schwer zu ertragen. Man fühlt sich hilflos und möchte gerne etwas tunt. Es wird von Ihnen jetzt nur erwartet, da zu sein und diese Klage oder Anklage mit auszuhalten.
- Als Lehrer/in stehen Sie vor der Klasse und sind doch vielleicht selbst zutiefst betroffen und traurig. Sie haben das Recht, Ihren Schülern auch Ihre Gefühle zu zeigen.
- Werten Sie Reaktionen nicht nach Kategorien wie „richtig“ oder „falsch“. Das gibt es in diesem Kontext nicht.
- Gestehen Sie sich Grenzen zu. Wenn sie sich einer Situation nicht gewachsen fühlen, holen Sie Hilfe. Besser ist es in der Regel zu zweit das Gespräch mit der Klasse zu führen.
- Denken Sie nicht, Sie müssten auf alle Fragen eine Antwort wissen. Geben Sie Ratlosigkeit zu.
- Sprechen Sie mit anderen darüber, wie es Ihnen in der Klasse gegangen ist: Was gut lief, wo Sie glauben, falsch reagiert zu haben etc. ein solche Gespräch entlastet.“
Über das Ereignis reden
In unserem Fall war es so, dass keine Todesnachricht überbracht werden musste. Die Schüler/innen kannten den Vorfall aus den Medien.
Dennoch war es wichtig, zu Beginn des Gesprächs Halbwahrheiten, Vermutungen und Gerüchten entgegenzutreten und die Schüler/innen sachlich zu informieren. Das stellte das Gespräch auf eine sicherere Ausgangsbasis.
Mögliche Einstiegsfragen könnten sein:
- Was wisst ihr über das Ereignis?
- Wo habt ihr zuerst davon erfahren?
- Wo wart ihr, als es geschah?
- Welche Gefühle hattet ihr?
- Hattet ihr schon die Möglichkeit, mit Jemandem darüber zu reden?
- Was geht euch dazu durch den Kopf?
- Möchte jemand etwas dazu sagen?
Die Schülerinnen und Schüler über ihre Trauer, Angst und Sorgen reden lassen.
Die Schüler/innen darauf hinweisen, wie es ihnen selbst eventuell in den nächsten Tagen gehen kann, dass ihnen das Erlebte nachgeht und sie beeinträchtigt.
Wenn es in der Klasse möglich ist, kann ein Gebet gesprochen werden, Bitten und Klagen vor Gott gebracht werden, vielleicht hat auch ein Lied oder Schweigen seinen Platz. Es hilft, die verstorbene Person Gott anzuvertrauen.
Kreative Möglichkeiten
Wenn genügend Zeit zur Verfügung steht, können die Schüler/innen ihren Gefühlen auch in gestalterischer Form Ausdruck geben. Dies hilft, Spannungen abzubauen, den eigenen Gefühlen nachzuspüren und bietet Möglichkeiten hilfreicher Bewältigung.
Weiterführend:
- Was würde uns/mir jetzt helfen?
- Was wünsche ich mir/uns?
- Was hat mir in meinem Leben bisher in schwierigen Situationen geholfen? (Auch scheinbar Banales darf benannt werden).
- Wer erwartet euch zuhause? Könnt ihr zu Freunden oder Verwandten?
- Mit wem möchtet ihr am liebsten zusammen sein? Wer kann euch helfen oder trösten?
Überlegen, wie man weiter in der Klasse damit umgehen will. Kleine Rituale in bestimmten Abständen, Schweigezeiten…
Barkowski schlägt vor, an bestimmten Tagen (Geburtstag, Jahrestag) nochmals begrenzte Zeiten zur Verfügung zu stellen oder in bestimmten Gottesdiensten, zum Beispiel am Schuljahresende, nochmals Raum für Erinnerungen zu geben.


 Ausdrucksmöglichkeiten im Schulhaus

- Gedenkminuten
- Kondolenzbücher
In vielen Schulen wurden an entsprechend gestalteten Plätzen Kondolenzbücher ausgelegt, in die die Schüler/innen Texte geschrieben haben, oft mehrmals über einen längeren Zeitraum hinweg. Gegenüber einer Trauerwand oder Klagewand hat das Kondolenzbuch den Vorteil, dass es nicht so „erschlagend“ wirkt.
- Trauerwand/Klagewand/Gedenkwand
Viele Schulen haben einer Wand gestaltet, an die die Schüler Texte und Bilder heften konnten. In manchen Schulen erfuhren diese Wände mit der Zeit einen Wandel, alte Texte wurden abgenommen und durch neue ersetzt, Zeitungsinformationen wurden befestigt. Oder es kamen „Hoffnungszeichen“ dazu (zum Beispiel beschriftete grüne Blätter oder Tauben) Man muss sich überlegen, wie man diese Trauerwand im Laufe der Zeit gestaltet und wie sie „endet“. Wie geht man mit dem um, was an die Verstorbenen erinnert?
- Ein Kreuz aus Backsteinen gestalten, in die Öffnungen können Zettel gesteckt werden.
- Eine Stellwand mit Nachrichten, Informationen, Zeitungsberichten, Fotos, Gedanken, Interviews… gestalten.
- Trauerecken/Trauerräume
Manchen Schulen war es möglich, „Trauerräume“ einzurichten. Diese Räume wurden entsprechend gestaltet und den Schülern und Schülerinnen kreative Möglichkeiten geboten, sich auszudrücken, Kerzen anzuzünden oder auch einfach nur still da zu sitzen. Es stellte sich heraus, dass es sehr gut war, wenn immer eine Lehrerin oder ein Lehrer als Ansprechpartner an diesem Ort war, diese Möglichkeit wurde von den Schüler/innen dringend gebraucht
- An manchen Schulen lösten sich Klassenverbände zugunsten von Gestaltungsmöglichkeiten auf, d.h., in manchen Räumen wurde gemalt, in anderen geschrieben, in anderen war Stille möglich….


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 Kreative Gestaltungsmöglichkeiten in den Klassen

- Einen Platz/eine Wand im Klassenzimmer gestalten
- Eine Kerze anzünden
- Von den Schülern mehrere Kerzen (Teelichter) anzünden lassen
(„Ich möchte ein Licht anzünden für…“)
- Ein Gebet formulieren, Fürbitten, einen Psalm
- Einen Brief schreiben
(In unserem Fall an die betroffene Schule, an die betroffene Klasse… Es hat sich allerdings herausgestellt, dass nur sehr konkret adressierte Briefe die Klassen auch erreichten, die sich dann sehr darüber gefreut haben)
- Eine Karte für die Klagewand/Trauerwand schreiben
- Bilder der Westmauer von Jerusalem aufhängen und erklären, warum dort „Briefe an Gott“ hinterlassen werden.
Die Schüler/innen gestalten aus Packpapier „Steine“ und kleben diese an die Wand, pro Schüler mindestens einen „Stein“. Die „Steine“ sollten nur am oberen Rand festgeklebt werden, denn unter den „Steinen“ können die Gebete festgeklebt werden. (Quelle: „Gott, steh mir bei!“ Magdalene Pusch, RU primar, Vandenhoeck & Ruprecht)
- Einen Text schreiben, der in einen „Tränenkrug“ geworfen wird
- Gefühle in Form eines „Elfchens“ notieren: Ein Gedicht, das sich nicht reimt, bestehend aus elf Wörtern in fünf Zeilen.
1. Zeile: Ein Wort (Eigenschaft oder Farbe) 2. Zeile: Zwei Wörter (Personen oder Gegenstände mit dieser Eigenschaft bez. Farbe 3. Zeile: Drei Wörter (nähere Beschreibung von der Person oder dem Gegenstand 4. Zeile: Vier Wörter (beginnt mit „ich“ – Aussage über sich selbst) 5. Zeile: Ein Wort (etwas abschließendes) (Quelle: „Kinder bei Tod und Trauer begleiten“, Petra Hinderer, Martina Kroth, Ökotopia-Verlag)
- Wutkasten
- Steine beschriften und ablegen
- Blätter beschriften und an einen Baum hängen (lässt weiterführende Gestaltungsmöglichkeiten offen: Hoffnungsbaum)
- Fußabdrücke gestalten
- Ein Bild malen
(Schwarze und bunte Wasserfarben, große Bögen Papier)
- Papierblumen gestalten und beschriften, die in eine Vase gestellt werden
- Herzenswünsche gestalten
- Einen Bilderrahmen ausfüllen (entweder mit Gegenständen oder in gemalter Form)
- Eine Erinnerungsschachtel füllen/eine Erinnerungscollage erstellen
- Einen Gefühlsteppich erstellen aus Stoffresten, alten Leintüchern
- Eine Wüste gestalten aus Tüchern, Sand und Steinen. In der Mitte eine Jericho-Rose. Die Schüler/innen auf Tropfen schreiben lassen, was sie leben lässt. (Nach einer Idee von Anja Wiese aus „Um Kinder trauern“)
- Eine Wand gestalten mit Überlegungen, wo wir selbst Verantwortung übernehmen können, zum Beispiel für ein friedliches Zusammenleben
- Kerzen gestalten
- Ein Windlicht erstellen mit einem Glas, Kleister und Transparentpapier
oder mit Geschenkbändern, die um das Glas gewickelt werden. Oder man erstellt aus Architektenpapier eine Röhre, in das ein Glas mit Kerze gestellt wird. Auf das Architektenpapier kann der Name des/der Verstorbenen geschrieben werden
- Mit Liedern, Bildern und Texten arbeiten
- Unter Umständen Grabbeigaben oder einen Kranz gestalten
Reiner Andreas Neuschäfer macht in seinem Buch "Alles aus!?" folgenden Vorschlag für ein Arbeitsblatt, den ich mir bei eher "kopforientierten Klassen oder Lehrer/innen" gut als Gesprächseinstieg vorstellen kann. Gefühle, die bei Trauer auftreten: HILFLOSIGKEITANGSTSCHOCKABGESTUMPFTHEIT BETÄUBUNGWUTSEHNSUCHTKUMMERSCHULDGEFÜHL VERZWEIFLUNGAGGRESSIONLACHENZORNBEFREIUNG GLEICHGÜLTIGKEITERLEICHTERUNGSELBSTMITLEID EINSAMKEITHASSMINDERWERTIGKEITLIEBELEERE DANKBARKEITSCHMERZ Dazu folgende Fragen: Welche Gefühle kommen deinen nahe? (unterstreichen) Welche Gefühle erwartest du bei dir gar nicht? (streichen) Welche fehlen? (weiterschreiben) Welche Gefühle kannst du bei anderen gut aushalten? Ich will euch trösten, wie jemand von seiner Mutter getröstet wird. Jesaja 66, 13 Kannst du dir das gut vorstellen? Kannst du dir das als gut vorstellen?
Ja
Nein
weil....



 "Trauer-Koffer"

Viele Schulen möchten in Zukunft für den Notfall gerüstet sein und Materialien zusammen stellen (Notfall-Koffer), die bereit stehen, wenn überraschende Trauerfälle oder Katastrophen eintreten.
Aus diesem Grund habe ich auch Vorschläge für einen "Trauer-Koffer" zusammengetragen und Texte beigefügt, die als Karten ausgeschnitten werden können.
Mögliche Materialien in einem Trauerkoffer:
- Informationsmaterial (incl. Vorlagen für Traueranzeigen, die oft unter großem Zeitdruck formuliert werden müssen)
- Schwarzes Tuch, eventuell auch noch andere Tücher zur Gestaltung
- Kreuz
- Kerze, Windlichte, Teelichte, Feuerzeug
- Kondolenzbuch
- Texte (als Sammelvorlagen oder foliiert als Textkarten)
- Bilder (zum Beispiel Karten mit Bildern von Wegen, Türen, Stufen, Händen, Engeln, Regenbogen, Lichtern, weiten Landschaften, Sonnenuntergängen, Segelbooten, Meer usw.; Karten z. B. bei Verlag am Eschbach oder www.bestattungsinstitut.de/card.html)
- Meditative Musik, Lieder und Liedtexte
- Schwarzer Bilderrahmen
- Leere Karten, Papier, Zeichenpapier, Stifte, Wachsmalkreiden, Couverts, Scheren
- Vorlagen: leeres Blatt, leerer Krug, leerer Bilderrahmen, Taube, Fußspuren
- Symbole wie Baumscheibe mit Jahresringen, Getreidekörnern, Blätter, Blumenzwiebeln, Federn…
- Vasen und Schälchen für die Symbole
- Eventuell Bücher
In solchen Situationen braucht man vielerlei Texte, die man auf Kondolenztischen, im Unterricht, in Andachten und Gottesdiensten einsetzen kann. Ich habe einige Texte zusammengestellt und als Word-Dokumente hier angefügt.


 Vorlagen zur Ausgestaltung

Unsere Realschulkollegin Karin Schäfer hat uns vier schöne Vorlagen gezeichnet und gemalt, die man gestalterisch im Unterricht einsetzen kann:
Meine Erfahrungen in den letzten Jahren haben gezeigt, dass man Alternativen griffbereit in der Schule haben muss - ich bin zweimal in den letzten Jahren völlig unvorbereitet vor der Situation überraschender Todesfälle gestanden.


 Liedvorschläge

- Ich möcht’ dass einer mit mir geht (EG 209)
- Das wünsch ich sehr (EG 608)
- Meinem Gott gehört die Welt (EG 408)
- Ausgang und Eingang, Anfang und Ende,
liegen bei dir Herr, füll du uns die Hände.



 Gottesdienste

Einige Schulen haben auch die Einwilligung gegeben, ihre Gottesdienstvorlagen zu veröffentlichen, so dass für jede Schulart ein Gottesdienst auf dieser Homepage zu finden ist:
 Bodenwaldschule Winnenden (Sonderschulbereich)

 Lindenschule Hohenacker, GHS

 Schillerschule Haubersbronn, GHS

 Geschwister-Scholl-Realschule, Winnenden

 Schickardt-Realschule, Backnang

 Remstal-Gymnasium, Weinstadt




 Nach einem Jahr

Ein Jahr nach dem Amok-Lauf haben viele Schulen im Rems-Murr-Kreis in verschiedenen Formen der Opfer gedacht.
Frau Leuze, Religionslehrerin an der Grundschule Birkmannsweiler, hat dem Büro des Schuldekans freundlicherweise ihren Entwurf für das Vorgehen ihrer Schule überlassen: 

Das Max-Planck-Gymnasium hat die Idee des Baumes aufgegriffen. Diese Symbolik kann sowohl Trauer um die herabfallenden Blätter als auch die Hoffnung auf neu Erblühendes zum Ausdruck bringen.
Die Schüler und Schülerinnen konnten bereit gelegte Blätter beschriften und an den Baum heften. Daneben stand ein schwarz abgedeckter Tisch mit Kerze, Trauertext und Kreuz. Dazu ein von Schüler/innen gestalteter bunter Blumenkranz. 


 Literaturtipps

Folgende Literatur hat den Kolleg/innen in diesen Tagen geholfen:
- Die Du hast mein Dunkel geteilt: Gebete an unerträglichen Tagen
(Gebundene Ausgabe) Antje Sabine Naegeli, Herder
- Nacht ist voller Sterne: Gebete in dunklen Stunden
(Gebundene Ausgabe) Antje Sabine Naegeli, Herder
- „Ich will nicht, dass die tot sind!“
Die Themen Sterben und Katastrophen mit Grundschulkindern Nina Flottmann, Angelica Niestadtkötter Verlag an der Ruhr
- "Handbuch für den Umgang mit Tod und anderen Krisen in der Schule, Thomas Barkowski, RPZ Heilsbronn
Weitere Literaturtipps zum Thema (vorwiegend Sekundarstufe):
- „Alles aus?!“ Kopiervorlagen zum Thema Trauer, Trost und Hoffnung, Sek. I,
Reiner A. Neuschäfer, Vandenhoeck und Ruprecht 2007
- "Dem Tod begegnen – Leben lernen", Thema Religion,
Hans-Jürgen Hermann, Christa Hienstorfer, Klett 2002
- "Der Traum vom ewigen Leben", Die christliche Hoffnung auf die Überwindung des Todes, Glauben erfahren mit Hand, Kopf und Herz, S. Pemsel-Maier, Kath. Bibelwerk. 2000
- "Durch Krisen wachsen", Christlicher Glaube und Psychotherapie,
Brigitte Marx-Markwort, Ralf Markwort, Calwer 2001
- "Ethik für das Leben", Modelle für den Religionsunterricht, Calwer Materialien, Anregungen und Kopiervorlagen für Sek.I + II, Berufsschule und Erwachsenenbildung, W. Schwendemann / M. Stahlmann, Calwer 2001
- "Im Tod ist Leben", Die Frage nach dem Tod, aus der Reihe "Netzwerk", Sek. II, Michael Schönleber, Auer 1994
- „Leben mit dem Tod“, Materialien für den Unterricht, Dorothea von Choltitz, Calwer 2008,
- "Leben und Tod", Arbeitsmaterial Religion Sek. II,
Thomas Hartmann, Diesterweg 1993
- „Leid – Tod – Auferweckung“, Zwischen Verzweiflung und christlicher Hoffnung, Reihe: Sinnvoll, Michael Boenke, Kösel 2005
- "Leitmedien 7 – 10", Materialien für den RU Klasse 7 – 10, G. Neumüller, K. Bierhals, Ev. Presseverlag Pfalz 2001
- "Projekt Tod", Materialien und Projektideen,
U. Brumann u.a., Verlag an der Ruhr 1998
- "Sterben und Hoffen", Arbeitsblätter Religion Sekundarstufe I,
Heike Hermann, Klett-Verlag, 1. Auflage 1997
- "Sterben, Tod und Auferstehung",
Arbeitshilfen Sek. I, Siegfried Macht, RPI Loccum
- "Tod und Auferstehung", Das Thema im Unterricht der Kirche und in der Schule, U. Früchtel u.a., Vandenhoeck & Ruprecht 1996
- „Treffpunkt 9/10“, Unterrichtsmaterialien, Erarbeitet von J. Epping und B. Zein-Schumacher, Kösel 2004
- "Unterrichtsideen 9/10", 2. Teilband,
Hg. von E. Marggraf u. M. Polster, Calwer 2002
- "Zwischen Geburt und Tod: Lebensfragen", Kopiervorlagen für das 7. – 10. Schuljahr, Almut Löbbecke (Hg.), Cornelsen Scriptor 2003,



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Hilfreiche Links:
Auf dieser Seite von rpi-virtuell finden Sie hilfreiche Links zum Themenbereich:
Das Schulpastoral der Diözese Rottenburg-Stuttgart sieht einen Schwerpunkt seiner Arbeit in diesem Bereich und hat eine neu überarbeitete Seite mit vielen Hinweisen und Materialien ins Netz gestellt:
In der Diskussion um die Amokläufe geht es auch immer wieder um den Suizid und ob Suizidprävention möglich sei. Dazu gibt es zwei Unterrichtsentwürfe:





Zusammengestellt von Andrea Lehr-Rütsche
Studienleiterin beim Schuldekan in Schorndorf
und Religionspädagogin am Max-Planck-Gymnasium in Schorndorf 
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